Felsen gestalten

Steine Geröll Rüfen und Felsen

Ich muss vorausschicken, dass ich die Art des Bauens ab 1976 bei den Eisenbahn- und Modelbaufreunden Luzern (EMBL) erlernt habe. Die EMBL hat diese Bauweise schon um 1960 beim Geländebau der Gotthardanlage im VHS (Verkehrshaus) Luzern angewandt. Für und während den Modellbautagen im VHS wurde diese Art des Bauens Jahr für Jahr verfeinert. Dieses Wissen wurde auch in Baukursen für Schüler weitergegeben. (EMBL siehe unter Links)

 

 

 

Felsbau der EMBL

Bei der Klausenpassfahrt betrachtete ich noch als Jugendlicher die dortigen Felsformationen.  Und als mir die Aufgabe zuteil wurde, eine Felspartie, eine ca. 1 Meter hohe Wand, zu gestalten, wurden die Bilder wieder wach. So fügte ich 1978 die linken 3/4 im Bild mit der Verwerfung aus dieser Erinnerung hinzu.

 

 

und so sieht das in Natura aus

Ich bin halt Fan von Faltungen



Der Aufbau mit Polystyrolschaum ist unter Schloss Tannwil gezeigt.

Das Ganze wird zur zusätzlicher Stabilität mit der Weissputzmasse grob überzogen.

Während die Masse antrockenet, wird in die hergestellte Weissputzmasse schwarze Dispersion zugegeben.

Diese Masse wird nun überall dort aufgetragen, wo Fels entstehen soll. Die erste Schicht darf noch nicht ganz trocken sein, die Verbindung ist besser.


Jetzt wird die nächste Schicht mit hellgrauem Weissputz aufgetragen. Hier kann bereits gewisse Formationen eingespachtelt werden. Zu sehen im unteren Bild bereits die ersten Felsschichtungen. Flächen für Wiesen ausebnen.

Was ist nun der Zweck dieser "komplizierten" Aufbauweise?

Wenn nun Strukturen eingekratzt werden, sind die Tiefen bereits dunkel. Und dieser Effekt erhöht den Kontrast.

So entsteht diese Struktur: Zuerst die trockene Masse mit einem Cutter senkrecht mehr oder weniger tief einkratzen, ab und zu grössere Stücke herausbrechen und ganz wenige Kratzer gegen den Strich anbringen. Mit einem Cutterblatt leicht die obersten kleineren Flächen ankratzen, so werden diese etwas aufgehellt. Das Grün kann noch an einigen Stellen angebracht werden, denn jede fast annährend flache Stelle ist in Natura bewachsen, auch mit Stauden.

So entsteht diese Struktur: Zuerst die trockene Masse mit einem Cutter senkrecht mehr oder weniger tief einkratzen, ab und zu grössere Stücke herausbrechen und ganz wenige Kratzer gegen den Strich anbringen. Mit einer Drahtbürste waagrecht mit etwas Gefühl über die Struktur kratzen.

Mit Sand und kleinen Steinchen die Schutthalden darstellen.

Mit sehr wenig brauner oder grüner Pulverfarbe an einem Pinsel kann der Fels lebendiger gestaltet werden.

Ahnliches Verfahren wie oben, aber Felsbänder entstehen lassen.

Begrünen: Jede halbwegs waagrechte Stelle wird anschliessend mit Grün "bepflanzt".

So sieht nun der ganze Berg aus. Die Ausmasse: ca. 40 x 30 x 25 cm.

 

Vorbilder


Wer sich einmal tolle Felsformationen ansehen will, der fahre mit der Luftseilbahn nach Melchsee-Frutt (CH).

 

Felsbau auf die Schnelle

Mein Tipp war im Eisenbahnamateur 4.2017

Es hat ja nicht jeder Modellbahner Zeit für solchen Aufwand, er benötigt sie für seine Loks- und Wagenmodelle. Hier zeige ich eine sehr einfache Felsbaumöglichkeit. Da ich meinem Landschaftsunterbau dem Gips eine "Armierung" mit Alufolie verpasste und ich einmal ein Stück Gipsfläche herausschnitt, entdeckte ich die Stuktur unter der Alufolie. Erst jetzt da ich diesen obigen Felsbautipp schrieb, kam mir dieses wieder in den Sinn: Das wäre doch auch eine Möglichkeit.

Material

Alufolie, Modellgips

Vorgehen

Das Alufolienstück zerknittern:

 

Für einen gerades Stück die Folie plan liegen lassen. Für leicht gebogene Stücke entsprechend Material  unterlegen, am einfachsten mit Styropor oder Karton. Dabei ist zu beachten, dass die Unterseite die Sichtseite ist, also umgekehrt denken.

 

Modellgips oder Weissputz anmachen, für flache Stücke kann er duchaus noch sehr flüssig sein, bei gebogenen Stücken muss er jedoch sehr dickbreiig sein, sonst rutscht er. Etwa 0.5  - 1 cm Dicke dürfte genügen. Je dünner desto eher zerbrechlich.

Das Ganze trocknen lassen.

Klar kann der Gips schon grau angemacht werden. Achtung: Schwarz färbt sehr schnell dunkel.

 

 

 

 

 

Bevor die Masse ganz durch getrocknet ist die Folie sorgfältig vom Gips entfernen.

Eine grobe Stuktur entsteht durch weniger zerknitterte Folie.

Grösse des linken Stücks 17 x 12 cm

 

Die Struktur kann schon im Voraus etwas beeinflusst werden.

 

 

 

 

 

 

 

Hier das 11 x 12 cm grosse Stück mit feinerer Struktur.

 

 

 

 

 

 

Die linke Hälfte ist mit einer Drahtbürste bearbeitet worden.

So oder so nach eigener Vorliebe.

Das Ganze ist schon mit grauer Pulverfarbe bestrichen.

Ist der Gips eingefärbt worden, kann mit brauner, gelber oder grüner Pulverfarbe da und dort Akzente gesetzt werden.

 

 

 

 

 

 

Hier ist wieder die linke Seite mit der Drahtbürste bearbeitet.

Durch das Kratzen entstehen auch weniger starke Kanten.

 

Hier ist auch deutlich die unterschiedliche Struktur zu sehen, die durch stärkeres und weniger stärkeres Zerknüllen der Folie entstanden sind.

Allfällige Blasenlöcher, wie oben zu sehen sind, können einfach durch einen Cutter bearbeitet werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier ist zusätzlich noch mit grüner und brauner Pulverfarbe nachgeholfen worden.

Mit der Drahtbürse leicht über die Oberfläche gestichen ergibt noch einen grösseren Kontrast. Oder mit dem Spachtel leicht darüberkratzen, das hellt die Spitzen auf.

Hier die Möglichkeit beide Stücke zu vergleichen.

Wie geschrieben, das ist auf die Schnelle. Die ganze Prozedur (ohne Trockenzeit) dauerte keine halbe Stunde.

Die Stücke können, auch in kleinere Stücke gebrochen, nun in die Anlage eingebaut werden und mit Grün eingepasst oder eingefasst.

 

 

Eine runde Sache nach obiger Alumethode.

Bald erscheint hier eine andere Möglichkeit Felsen zu gestalten.

Vorerst aber erscheint diese Methode im Schweiter "Eisenbahn Amateur".