Wie und mit was beginnen?

Vorerst steht die Frage nach der Grösse.

 

Kleinere Spuren sind in der Anschaffung nicht billiger, um das gleich vorwegzunehmen. Die Wahl ist eher eine Frage des handwerklichen Geschicks. Die Nenngrössen H0, Massstab 1:87 (Halb Null) und TT, Massstab 1:120 (Table Top) sind ideal, wo der Eigenbau nicht höchstes Können verlangt. Die TT ist im Kommen, immer mehr Firmen   fabrizieren Modelle für diese Nenngrösse.

 

Es ist auch eine Frage, ob der Erwachsene für sich oder dieser für Kinder und sich selbst eine Modelleisenbahn anschaffen will. Kinder sind mit einer Brio-Bahn besser bedient. Die Modelleisenbahnen von heute sind filigraner und für Kinderhände kaum geeignet, es sei denn, Vater entscheidet sich für einfache Modelle einer Schmalspur-Gartenbahn im Massstab 1:22,5.

 

Da gibt es doch noch etwas mehr, was ist denn H0m oder H0e und H0f und und?

 

Nun es gibt z.B. SBB und BLS, die fahren auf Gleisen, deren Schienen einen Abstand von 1435 mm haben. 87 x kleiner heisst die Nenngrösse H0 und der Schienenabstand ist 16.5 mm.

Z.B. RhB und die MOB haben einen Schienenabstand von 1000 mm. 87 x kleiner heisst die Nenngrösse H0m und der Schienenabstand ist 12mm.

Die Waldenburg Liestal Bahn hat einen Schienenabstand von 750 mm. 87 x kleiner heisst die Nenngröss H0e und der Schienenabstand ist 9 mm. Müsste eigentlich 8.6 mm sein.

H0f ist 6.5 mm Gleis und ist für die Feldbahnen mit einem Schienenabstand von rund 600mm

 

Nun ist H0e die bekanntere Nenngrösse mit einem Schienenabstand von 9 mm. Im Original wären das 783 mm. Viele Schmalspurbahnen, wie diese im Gegensatz zu den Normalspurbahnen genannt werden, haben auch einen Schienenabstand von 750 bis 760 mm. In dieser Spurweite fährt z.B. die Mariazeller Bahn in Österreich. Alle diese Bahnen werden in der Nenngrösse H0e angeboten.

m, e und f (nebst n3 in Nordamerika) gibt es fast in allen Nenngrössen.

In Bearbeitung

 

 

 

Märklin oder "Wie heissen die anderen"?

 

Die Märklin-Modelleisenbahn fährt mit Wechselstrom (WS oder international AC). Die Schienen sind miteinander elektrisch  verbunden und in der Mitte sind Punktkontakte, daher haben die Loks zwischen den Rädern einen Schleifer als Stromabnehmer.

 

+  Die Gleisstrecken können problemlos nach Belieben

     gestaltet werden
+  Der Betrieb ist weniger schmutzempfindlich

-   Die Punktkontakte fallen (mehr oder weniger) auf

-   Es können mit wenigen Ausnahmen nur Gleise von Märklin verwendet werden

-   Märklin-Modellgleise sind in der Anschaffung teuer

 

Die anderen Firmen u.a. Roco, Fleischmann, Trix, Liliput, Rivarossi, Lima, Jouef und Piko lassen ihre Modelle mit Gleichstrom fahren (GS oder international DC). Die Schienen sind elektrisch unverbunden, also gegenseitig isoliert. In Fahrrichtung liegt Plus an der rechten Schiene und Minus an der linken Schiene.

 

+  Gleise sind originalgetreuer

+  Grosse Auswahl an Gleissystemen

+  Sehr grosse Auswahl an Modellen von vielen Gross- und Kleinserienherstelleren

+  Die Fahrtrichtung der Lok ist immer gegeben (analog)

-   Weichen und Kreuzungen müssen über ein Isolierstück verfügen

-   Die isolierten Teile müssen für einen sicheren Betrieb mit der richtigen Polarität der Fahrtrichtung verbunden werden.

-   Kehrschlaufen sind nur mit zusätzlichen Bestandteilen möglich

-   Die Schienen müssen für einen guten Betrieb sehr oft gereinigt werden

 

Es ist nicht möglich ein Gleichstrommodell auf einer Märklinanlage (und umgekehrt) fahren zu lassen. Einige Firmen stellen ihre Modelle auch in einer Wechselstromausführung her, diese sind jedoch etwas teurer in der Anschaffung. Märklin stellt auch Gleichstrommodelle her, diese sind unter Trix firmiert. Die "Gleichstrom"-Wagen fahren problemlos auf Märklinanlagen, umgekehrt ist dies nur mit einem Achsenwechsel möglich.

 

 

Die Vorteile des Märklinsystems überwiegen, warum fährt dennoch der überwiegende Teil der Modellbahner mit Gleichstrom?

 

Das Spielzeug Eisenbahn ist zu einem grossartigen und vielseitigen Hobby geworden und kaum mehr Spielzeug *.

Der Modelleisenbahner baut und fertigt Modelle, die dem Original entsprechen oder wenigstens sehr nahe kommen. Er möchte auch ebensolche Modelle kaufen können. Das Angebot bei den Gleichstrommodellen ist wesentlich grösser. Das Gleismaterial spielt auch ein grosse Rolle, dieses gibt es halt nur ausserhalb der Märklinwelt. Märklin hat zwar auch hier Fortschritte gemacht, aber die Preise des etwas schöneren Gleises sind nicht eben günstig.

 

Die elektrotechnischen Probleme sind beim heutigen Angebot längst nicht mehr so schwierig. Bei Weichen und Kreuzungen sind diese z.T. schon so ausgerüstet, und die Kehrschlaufe ist auch kein Problem mehr. Etwas Kenntnisse sind schon nötig, diese kann man in Heften, Büchern und in auf privaten Seiten holen. Zudem gibt es viele Modellbahn-Foren mit eben so vielen Mitgliederen, die auf Fragen antworten.

 

* Diese Verfeinerung der Modelle hat jedoch dazu geführt, dass die Preise stiegen. Das ginge ja noch, aber die Modelle sind für Kinderhände zu fein geworden, und das wirkt sich leider auf den Modelleisenbahnernachwuchs aus.

 

 

Analog oder Digital?

 

Eines vorweg: Digitalfahren ist ein besonderes Erlebnis. Langsam fahren, Anfahren und Bremsen eines Zuges sind eine Augenweide - zumal es automatisch gehen kann. Die Lok erhält immer die volle Spannung nicht wie bei Analog, daher ist der Betrieb sicherer. Züge können unabhängig voneinander im gleichen "Kreis" fahren.

Die Frage "ob oder nicht" hängt von der Grösse des Budgets ab.

Ich würde mit Lenz fahren.